Über das Projekt

Nach dem erfolgreichen Start des Projektes Kunst im Stadtraum am Hansaplatz widmet sich die neue Ausgabe von Kunst im Stadtraum dem II. Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee und den angrenzenden Wohngebieten. Vier in einem Wettbewerb ausgewählte Projekte werden von Frühjahr bis Herbst 2021 dort temporär realisiert.

Kunst im Stadtraum an der Karl-Marx-Allee wird mit verschiedenen Vermittlungsangeboten die städtebauliche, aber auch die private Geschichte des Viertels beleuchten. Im Mittelpunkt stehen die zur Umsetzung ausgewählten Kunstprojekte, die neue Blicke auf die Geschichte und Gegenwart des Stadtviertels ermöglichen und dabei gleichzeitig den Wert von Kunst im öffentlichen Raum erfahrbar machen.
Parallel finden Zeichenzirkel, Gesprächsforen zur Kunst im öffentlichen Raum, Führungen und vor allem das jeweilige Programm der nominierten Künstlerinnen und Künstler statt.

Welche Geschichten erzählt das Viertel?

La Passante Écoutante (Hören und Spazieren) - Karl-Marx-Allee
Während der Wintermonate werden drei Radiosendungen entstehen. Es beginnt mit einem Spaziergang mit dem Kulturwissenschaftler Thomas Flierl und dem Denkmalpfleger Georg Wasmuth, die über die Geschichte und Schönheit des Gebiets sprechen. Die zweite Sendung begeht das Viertel mit den Künstler*innen der Projekte Quer durchs Viertel und Simultaneity und wird am 16. Februar um 23 Uhr ausgestrahlt. Die dritte Sendung soll ein Fotoalbengespräch begleiten und mit den teilnehmenden Anwohner*innen über das Leben im II. Bauabschnitt gestern und heute reflektieren.

Fotoalbengespräche
Um das Gebiet besser kennenzulernen, ist eine Auseinandersetzung mit Geschichten und Privatfotos aus der Zeit von 1959 bis heute geplant. Diese wird in Kooperation mit dem Fotohistoriker Friedrich Tietjen (Stiftung Reinbeckhallen) stattfinden. Das erste Albengespräch ist für Ende März geplant. Wenn Sie persönlich Bilder aus dem Leben im II. Bauabschnitt besitzen und Interesse an der Teilnahme haben, schreiben Sie uns gerne an info@kunst-im-stadtraum.berlin

Zusammen zeichnen
Die in der DDR populären Zeichenzirkel werden im Sommer 2021 zum Ausgangspunkt für eine offene Zeichengruppe, die sich, im Stil der traditionellen Pleinairmalerei, den Orten und den neu entstandenen Kunstwerken nähern wird.

Hintergrund

Den Ausgangspunkt für den Wettbewerb bilden die städtebaulichen Veränderungen entlang des II. Bauabschnitts an der Karl-Marx-Allee. Diese Situation bietet mit ihrer besonderen Geschichte und den aktuellen Planungen ein spannendes Terrain für ortsbezogene künstlerische Projekte, die neue Perspektiven auf dieses Gebiet ermöglichen.
Den Neubauten entlang der ehemaligen Stalinallee, insbesondere dem II. Bauabschnitt (realisiert 1959-1971), ging ein Abriss von noch gut erhaltenen Gebäuden aus den 1930ern Jahren voraus, die als nicht mehr modern empfunden wurden. Das Konzept für die Bebauung beinhaltete verschiedene ikonische Bauten der sozialistischen Nachkriegsmoderne, wie das Kongresszentrum, das Haus des Lehrers, das Kino International sowie eine Mischung aus vorgelagerten Pavillonbauten und Wohnbauten. Der II. Bauabschnitt wurde so zu einem Modellprojekt, das mit zwei Kinos, dem topmodernen Hotel Berolina, Restaurants und Cafés (wie dem Café Moskau oder der Mokka-Milch-Eisbar) hohen Wohnkomfort bieten sollte. Die Straße wurde bis zum 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der Gründung der DDR, als zentraler Ort für Ehrenparaden der Nationalen Volksarmee und der politischen Massenorganisationen (wie der FDJ oder dem FDGB) genutzt. Zu diesen Anlässen, wie etwa zum Republikgeburtstag oder zur Maiparade, flankierten Tribünen für die Ehrengäste die Karl-Marx-Allee.
Nach 1989 gab es erneut eine stadtplanerische Kontroverse um diesen Bauabschnitt. Der originäre Gebietscharakter einer offenen, aufgelockerten, großräumigen und durchgrünten Stadt ist trotz einiger Eingriffe in den letzten Jahren bis heute erhalten geblieben. Das gesamte Gebiet ist bis heute als städtebauliches Ensemble erlebbar und stellt ein wichtiges Zeugnis des DDR-Städtebaus dar. (SW/BK)

Kunst im Stadtraum
Kunst im öffentlichen Raum ist eine weitreichende und vielpraktizierte Form, Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit für die spezifische Situation eines Stadtraums zu erlangen. Temporäre Projekte ermöglichen es, städtebauliche oder soziale Situationen anders zu beleuchten, Antworten zu suchen und Gemeinschaft zu stiften, die sich zu langfristigen Initiativen entwickeln können. So wird der Diskurs über Kunst im Stadtraum gestärkt und dessen Berechtigung gefördert.
Aus diesem Grund setzte der Fachbereich Kunst, Kultur und Geschichte des Bezirksamts Mitte von Berlin auf Empfehlung des Beratungsausschusses Kunst (BAK) der Senatsverwaltung für Kultur und Europa in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Kunst im Stadtraum und am Bau der Senatsverwaltung ein umfassendes Kunstprojekt für das Hansaviertel (2018 – 2019) um und erarbeitet derzeit dessen Fortsetzung für die Karl-Marx-Allee (2021).
Hierzu wurde durch das Land Berlin ein nichtoffener, einphasiger und anonymer Kunstwettbewerb mit einem vorgeschalteten berlinweit offenen Bewerbungsverfahren ausgelobt. Das Land Berlin wird durch das Bezirksamt Mitte von Berlin, Abteilung Weiterbildung, Kultur, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen, Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Kunst, Kultur und Geschichte vertreten. Das Verfahren findet in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Fachbereich Kunst im Stadtraum und am Bau, statt.

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